Andreas

Alltagssplitter

Working Mother

Über By the Way

Working Mother hat eine Liste der 100 besten Firmen für arbeitende Mütter herausgegeben.

Gibt es so etwas auch für Deutschland? Gibt es überhaupt eine (Frauen-)zeitschrift, die Mutter sein (es sollte auch eine für Vater sein geben) und Arbeiten zusammen bringt?

Montag, 8:00: 30 Grad

Bürotemperatur. Da kommt man doch auf solche Gedanken:

Buß-Gedancken bey grosser Hitze

Wo soll ich fliehen hin/ daß ich im Schatten sitze?
Es brennt des Höchsten Zorn mit angeflammter Hitze
Den von Gerechtigkeit und Unschuld-blossen Geist/
Der Thränen aus dem Aug/ und Blutt vom Hertzen schweist.
Kein Kürbiß-Blat beschirmt mich nicht/
Wenn dieser Sonne Feuer sticht/
Kein dunckler Wald noch düstre Höle
Kühlt oder birgt die matte Seele.


Der Unschuld reines Kleid/ zu dem ich war erkohren/
Hab ich durch Evens Lust und Adams Biß verlohren/
Mein Wahnwitz reist mir selbst den Rock des Heiles ab/
Den mir der Tauffe Bund doch zu gebrauchen gab.
Die mit viel Schuld beschwärzte Schoß
Ist leider aller Zierde bloß/
Nichts hab ich mehr mit Furcht und Zagen/
Als nackte Dürfftigkeit zu klagen.


Wo soll ich fliehen hin? der Tag will kühle werden/
Die Gnaden-Sonne neigt sich weit von mir zur Erden/
Von fernen dräuet mir Zahnklappern finstrer Grufft/
Von Hinten schrecket mich das Stürmen schwartzer Lufft:
Wie sich ein Aespen-Laub bewegt/
Wenn Eurus Zweig an Zweige schlägt/
So sieht man unter solchem Wittern
Mein höchsterschrocknes Hertze zittern.


Wohin verberg ich mich für Gottes Angesichte?
Der tieffsten Berge Klufft ist seinen Augen lichte!
Sezt ich dem Rücken gleich Matutens Flügel an/
So weiß ich/ daß sein Blick mich doch ereilen kan.
Des abgelegnen Meeres Grund
Ist ihm durch alle Flutten kund/
Wolt ich mir in die Hölle betten/
So findt sich da auch kein Erretten.


Last Decken Babylons mit stoltzem Ruhme sticken/
Mich kan kein fremder Zeug bey eignem Mangel schmücken/
Ich poche nur umsonst auff Arbeit meiner Hand/
Und würcke nichts als Müh und Frevel zum Gewand.
Mit Adams welckem Feigen Blat
Bedeck ich meine Missethat/
Mein Thun gleicht leichten Spinnenweben/
Und kan mir keine Kleidung geben.


Weg mit geborgtem Schmuck und eigner Flecken Kleide/
Mein Jesus beut mir an die Rosin-rothe Seide/
Durch sein selbst eigen Blutt gefärbt ans Creutzes Stamm.
Ward nicht das erste Kleid/ (er ist das reine Lamm
Für mich von Anbeginn geschlacht:)
Durch Gott von Fellen selbst gemacht?
In sein Verdienst will ich mich kleiden/
Und so getrost von hinnen scheiden.


Hans Aßmann von Abschatz
(1646-1699)

Über Lyrikmail - Jeden Tag ein Gedicht:

Kalte Jugendsünde: Alaska Boy

Nach einigem Suchen habe ich sie doch noch gefunden:

Die langen dünnen Plastikbeutel mit dem gefärbten Wasser drin. Kalte Jungendsünde, wegen ihr haben wir das erste Mal verbotenerweise den Schulhof verlassen: Der Kiosk nebenan lockte mit den kalten Köstlichkeiten für nur 10 Pfennig.

Muss damals Mode gewesen sein. Meine Freundin kann sich auch gut darin erinnern.

Heute im Supermarkt auf dem Heimweg habe ich sie dann gesehen: Der 10er Beutel Alaska Boy. Und gleich einen mitgenommen.

Und damit verstoße ich gleich gegen alle Regeln der guten Ernährung und des guten Geschmacks: Ich nehme mir ein (oder zwei?) von den gefrorenen Plastikschläuchen und sauge sie aus. Nur Wasser, Zucker, Säuerungsmittel und Aromen (selbstverständlich künstliche!).

Wenn man zuviel saugt, hat man allen Geschmack ausgesogen und dann nur noch pures, geschmackloses Wassereis. Also schön langsam geniessen.

Außerdem muss es schön klein geknetet werden. Dann schmeckt es erst richtig.

Die Verpackung muss man mit den Zähnen aufreißen. Anders ist sie gar nicht aufzukriegen.

Und eiskalte Finger holt man sich auch.

Noch mal Superdichter

Auch in de.etc.sprache.deutsch nimmt man den VDS und seine Aktion Superdichter - Dichterwettstreit sehr ernst.

Nationaler Superdichter

Über Telepolis und der Cyberwriter hatte es schon am Freitag gesehen:

Deutschland sucht den Superdichter. Ganz ernsthaft. Auf der Webseite Superdichter - Dichterwettstreit:

Liebe Freunde des schönen Wortes, des großen Gedankens, des Äugelns mit der Natur; Freunde der lieblichen Feder Fluß und Geister der Form: Ihr seid aufgerufen, Eure Werke einzusenden.

Und so geht es weiter im Ton eines Altherren-Gesangsvereins. Wollen wir wirklich solche Gedichte?

Aber modern sind sie auch. Von den Poetry Slams haben sie gelernt:

Jeder Vortragende wird in ein historisches Kostüm gekleidet, geschminkt, und möglicherweise mit Perücke versehen. Das Publikum entscheidet anschließend durch Beifall: der lauteste Jubel gilt dem Sieger.

Veranstalter ist der Verein deutsche Sprache. Unter „Nationaler Dichterwettstreit gestartet“ geht der Link auf die Seite des Wettbewerbs. Aber auch das Goethe Institut ist als Förderer dabei.

Der Verein geht aufdringlich gegen das so genannte Denglisch vor.

Dichter aufgepasst! Das euch kein undeutsches Wort in die Zeilen gerät!

Wer sich die Lyrik-Zeitung und Poetry-News (schon wieder Denglisch!) durchliest oder einen Blick auf lyrikline.org wirft, muss sich fragen, welcher Dichter den Gutes-Deutsch-Kriterien des Vereins genügt? Sind es nicht gerade die besten Dichter, die die Sprache immer neu erfinden, erweitern?

Bitte Bastian Böttcher, reiche dein Gedicht aus der Erotik Ausgabe von Das Gedicht ein. Schon die erste Zeile wird den Verein zur Weißglut bringen: „Du bist pushy…“

Die alltägliche Fremdenfeindlichkeit

Gestern: Talkshow auf N3. Eingeladen auch Werner Schulze-Erdel, Moderator der Quizshow Familienduell.

Er ist eingeladen worden, weil er kürzlich seine 5555. Sendung feierte. Schön und gut. Er berichtete natürlich auch über die Höhepunkte seiner Quizshow.

Einer davon war eine Reihe von Shows mit Kandidaten (also Familien) aus 16 Ländern, die alle in Deutschland leben. Schulze-Erdel fand die Sendungen sehr gelungen. Aber leider werde es keine Wiederholungen geben. Denn die Einschaltquote sei während der Ausstrahlung dieser Shows kontinuierlich gesunken. Außerdem habe er eine große Zahl wütender Briefe erhalten, die sich darüber beschwerten, diese Ausländer jetzt auch noch im Fernsehen sehen zu müssen.

Hinweis für Herrn Bohlen und Herrn Effenberg

In einem Interview in der TAZ hat Lars Ulrich von Metallica einen klugen Satz gesprochen:

Es gibt heutzutage ein übertriebenes Interesse an den Meinungen Prominenter: Weil man berühmt ist, muss man anscheinend besonders interessante Sachen zu sagen haben. Ich glaube eher, dass die meisten Berühmtheiten weniger interessante Sachen zu sagen haben als andere Menschen, weil die meisten Prominenten verdammt dämlich sind.

Verona Feldbusch im Supermarkt

Volksauflauf in meinem Stammsupermarkt. Verona Feldbusch gibt heute Autogramme und wirbt für die Schwartau Marmelade!

Dass es Andrang geben wird, habe ich mir ja schon gedacht. Also schnell noch vor 16.00 Uhr die einkaufen, damit ich da nicht reingerate.

Aber zu spät. Schon um 14.30 Uhr ist mächtig was los. Beim Besuch des Bundeskanzlers wären wahrscheinlich weniger Ordner da. Im Eingangsbereich haben sie mit Gittern einen Parcours angelegt, damit nicht alle auf einmal auf die gute Verona einstürmen können.

Und 1 1/2 Stunden vor ihrer Ankunft bildete sich schon eine Schlange von Menschen, die ein Autogramm wollen. Nicht irgendwelche Teenies oder so, nein ganz normale Menschen aller Altersklassen! Was macht man mit einem Autogramm der Feldbusch?

Restart-Tee in Hamburg eingetroffen

Jetzt hat es der Restart-Tee von Milford doch noch in die Regale geschafft. Seit etwa zwei Wochen ist er in meinem Stammsupermarkt zu haben. Etwas an die Seite gedrängt, abseits der anderen Milford-Tees, stehen die neuen Sorten.

Ob er schmeckt? Naja, den Zimt hätten sie weglassen können und dafür etwas mehr Frucht, z.B. Zitrone beimischen sollen. Aber ich mag ihn trinken und eine Abwechslung ist es.

Wirkt er? Zumindest nicht besser oder schlechter als eine Tasse Kaffee. Er bringt mich genau so wie eine Tasse Kaffee einigermaßen über das Loch nach der Mittagspause (das manchmal ziemlich lang sein kann). Also ja, eine Alternative zum Kaffee.

So ein blöder Videorecorder...

... oder: Scheitern an Alltagstechnik

Weil im Freundeskreis bekannt ist, dass ich Mailserver, Netzwerke und so ein Zeugs irgendwie (wie, dass versteht keiner so richtig ;-) am Laufen halten kann, kam von G. auch die unvermeidliche Frage:

"Du kennst dich doch mit Computern aus. Dann kannst du mir bestimmt auch bei meinem Videorecorder helfen...", und sie lächelte so nett dazu.

Natürlich habe ich es probiert und natürlich ging nichts.

Jetzt steht das Ding bei mir zu Hause und ich werde mich gleich darum kümmern.

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